Erfolgskontrolle von Personalentwicklungsmaßnahmen
Ob eine Personalentwicklungsmaßnahme erfolgreich war, lässt sich aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln beurteilen:
Ökonomische Erfolgskontrolle – hier stehen Kosten und Nutzen im Mittelpunkt. Man versucht, messbare Ergebnisse aufzuzeigen, um Personalentwicklungsmaßnahmen zu rechtfertigen und für die Zukunft zu empfehlen. Das ist nicht immer einfach, denn der Erfolg von Personalentwicklungsmaßnahmen lässt sich nicht in jedem Fall eindeutig in Zahlen darstellen. Besonders bei On-the-Job-Maßnahmen (Lernen direkt am Arbeitsplatz) ist eine saubere Kostenabgrenzung kaum möglich, weshalb der Fokus der ökonomischen Kontrolle in der Praxis meist auf klar abgrenzbaren Off-the-Job-Maßnahmen liegt.
Pädagogische Erfolgskontrolle – hier stehen das Lernen und Lehren selbst im Vordergrund, unabhängig von der monetären Bewertung. Alle Maßnahmen sollten regelmäßig kontrolliert und entsprechend angepasst werden. Zwei zentrale Leitfragen helfen dabei:
- Was sollte gelernt werden? – Abgleich, ob die ursprünglichen Lernziele für die Zielgruppe wesentlich und wichtig waren
- Was wurde tatsächlich gelernt? – Abgleich der Lernziele mit dem tatsächlich erreichten Wissens- und Fertigkeitsstand
Für die Prüfung wichtig: Beide Kontrollarten ergänzen sich und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Eine Maßnahme kann pädagogisch wertvoll sein, ohne dass sich der Nutzen unmittelbar wirtschaftlich beziffern lässt – das ist kein Widerspruch, sondern zeigt lediglich die Grenzen der rein ökonomischen Betrachtung auf.
Prüfungsrelevante Inhalte
Die Kernaussagen dieses Themas findest du in der Erklärung oben sowie im Merksatz, Fallbeispiel und der IHK-Prüfungsfrage in den Phasen unten. Detaillierte Formeln, Definitionen und Rechenwege werden schrittweise ergänzt.
Die ökonomische Kontrolle fragt, ob sich die Maßnahme rechnet – die pädagogische Kontrolle fragt, ob überhaupt etwas gelernt wurde.
Tipps zum Merken: Laut aussprechen, mit eigenen Worten umformulieren, oder in Stichworten notieren.
Dieses Fallbeispiel bezieht sich auf dein Unternehmen.
Fallbeispiel
Die WERTARBEIT Möbelmanufaktur GmbH hat eine große Verkaufsschulung für ihr Vertriebsteam durchgeführt. Die Geschäftsführung möchte nun wissen, ob sich die Investition gelohnt hat.
Aufgabe
Erläutern Sie, warum diese Frage nicht allein mit einer einzigen Kontrollmethode beantwortet werden kann.
Musterlösung ansehen
Die Frage nach dem Erfolg der Schulung hat zwei unterschiedliche Dimensionen. Die ökonomische Erfolgskontrolle stellt Kosten und Nutzen gegenüber und versucht, messbare Ergebnisse (z. B. gestiegene Verkaufszahlen) der Maßnahme zuzuordnen – dies ist nicht immer einfach, da sich der Erfolg von Personalentwicklungsmaßnahmen nicht in jedem Fall eindeutig in Zahlen darstellen lässt. Ergänzend braucht es die pädagogische Erfolgskontrolle, die prüft, ob und was die Teilnehmer tatsächlich gelernt haben. Erst beide Sichtweisen zusammen ergeben ein vollständiges Bild: Eine Schulung kann pädagogisch erfolgreich sein (viel gelernt), aber ökonomisch enttäuschen, wenn das Gelernte nicht in die Praxis übertragen wird – oder umgekehrt kurzfristig Zahlen liefern, ohne nachhaltigen Lerneffekt.
Wie in der echten schriftlichen Prüfung
Die WERTARBEIT Möbelmanufaktur GmbH möchte künftig alle Weiterbildungsmaßnahmen systematisch bewerten. a) Erläutern Sie den Fokus der ökonomischen Erfolgskontrolle. b) Erläutern Sie den Fokus der pädagogischen Erfolgskontrolle und nennen Sie eine hilfreiche Leitfrage. c) Begründen Sie, warum bei On-the-Job-Maßnahmen die ökonomische Erfolgskontrolle besonders schwierig ist.
Lösungsweg ansehen
- Bei der ökonomischen Erfolgskontrolle stehen Kosten und Nutzen im Mittelpunkt. Man versucht, messbare Ergebnisse aufzuzeigen, um die Rechtfertigung und Empfehlung von Personalentwicklungsmaßnahmen zu ermöglichen – dies gelingt jedoch nicht immer einfach, da sich der Erfolg nicht in jedem Fall exakt in Zahlen darstellen lässt.
- Bei der pädagogischen Erfolgskontrolle stehen das Lernen und Lehren im Vordergrund. Eine hilfreiche Leitfrage ist: „Was sollte gelernt werden, und was wurde tatsächlich gelernt?" – durch den Abgleich der ursprünglichen Lernziele mit dem tatsächlich Gelernten lässt sich der pädagogische Erfolg beurteilen.
- Bei On-the-Job-Maßnahmen (Lernen direkt am Arbeitsplatz, eingebettet in die normale Tätigkeit) lassen sich die dadurch verursachten Kosten kaum sauber von den laufenden Betriebskosten trennen, weshalb der Fokus der ökonomischen Erfolgskontrolle in der Praxis meist auf Off-the-Job-Maßnahmen liegt, deren Kosten klar abgrenzbar sind.
Wie lief es?
Deine Einschätzung entscheidet, ob dieses Thema in 5 Tagen erneut vorgeschlagen wird.