Klassische Führungsstile
Der Erfolg von Führung hängt maßgeblich vom Führungsstil ab – also davon, wie sich eine Führungskraft in bestimmter Art und Weise gegenüber ihren Mitarbeitern verhält. Die klassische Lehre unterscheidet drei grundlegende Führungsstile:
Autoritärer Führungsstil – die Führungskraft trifft Entscheidungen allein und gibt direkte Anweisungen, ohne die Mitarbeiter einzubeziehen. Dieser Stil ist beispielsweise in Gefahrensituationen angebracht, in denen Anweisungen ohne Mitbestimmung sofort umgesetzt werden müssen.
Kooperativer Führungsstil – der Mitarbeiter wird angehört, seine Meinung wird in die Entscheidung integriert. Dies ist besonders bei qualifizierten Mitarbeitern unerlässlich, um deren Motivation zu erhalten – wer als Experte behandelt und eingebunden wird, bringt sich engagierter ein.
Laisser-faire-Führungsstil – übersetzt etwa „einfach laufen lassen“: Die Mitarbeiter erhalten viele Gestaltungsfreiheiten, agieren relativ frei, bestimmen ihre Arbeit selbst und kontrollieren gemeinsam als Gruppe. Die Führungskraft greift kaum ein. Dieser Stil ist beispielsweise im kreativen Marketingumfeld mit erfahrenen Teams durchaus angebracht.
Der entscheidende Gedanke für die Praxis: Die ideale Führungskraft kombiniert die verschiedenen Führungsstile situationsabhängig, statt sich starr auf einen einzigen Stil festzulegen. Welcher Stil im Einzelfall passt, hängt von Faktoren wie der Dringlichkeit der Entscheidung, der Qualifikation der Mitarbeiter und der jeweiligen Situation der verantwortenden Organisationseinheit ab – dieser Gedanke wird im situativen Führungsstil (siehe folgendes Thema) weiter vertieft.
Prüfungsrelevante Inhalte
Die Kernaussagen dieses Themas findest du in der Erklärung oben sowie im Merksatz, Fallbeispiel und der IHK-Prüfungsfrage in den Phasen unten. Detaillierte Formeln, Definitionen und Rechenwege werden schrittweise ergänzt.
In der Gefahrensituation führt man autoritär, im Expertenteam kooperativ – die ideale Führungskraft kann beide Register ziehen.
Tipps zum Merken: Laut aussprechen, mit eigenen Worten umformulieren, oder in Stichworten notieren.
Dieses Fallbeispiel bezieht sich auf dein Unternehmen.
Fallbeispiel
Ein Produktionsleiter entdeckt während einer Betriebsbesichtigung eine akute Sicherheitsgefahr an einer Maschine. Gleichzeitig arbeitet in der Marketingabteilung ein erfahrenes Kreativteam an einem neuen Kampagnenkonzept und erwartet, aktiv in die Entscheidungsfindung einbezogen zu werden.
Aufgabe
Empfehlen Sie für beide Situationen jeweils einen passenden Führungsstil und begründen Sie die Wahl.
Musterlösung ansehen
Für die akute Gefahrensituation an der Maschine ist der autoritäre Führungsstil angebracht: Direkte Anweisungen ohne Mitbestimmung müssen hier sofort umgesetzt werden, da keine Zeit für Diskussionen bleibt. Für das erfahrene Kreativteam eignet sich dagegen der kooperative Führungsstil: Die Mitarbeiter werden angehört, ihre Meinung wird integriert – bei qualifizierten Mitarbeitern ist dies unerlässlich, um die Motivation zu erhalten. Dieses Beispiel zeigt, dass die ideale Führungskraft die verschiedenen Führungsstile situationsabhängig kombiniert, statt sich starr auf einen einzigen Stil festzulegen.
Wie in der echten schriftlichen Prüfung
In einem kreativen Projektteam mit hoch qualifizierten, erfahrenen Mitarbeitern entscheidet die Führungskraft künftig, sich weitgehend zurückzuhalten und dem Team viele Gestaltungsfreiheiten zu lassen. a) Um welchen Führungsstil handelt es sich, und was kennzeichnet ihn? b) Nennen Sie eine Situation, in der der autoritäre Führungsstil angebracht ist, und begründen Sie kurz. c) Erläutern Sie, warum die klassische Lehre von einer „idealen" Führungskraft spricht, die verschiedene Führungsstile kombiniert.
Lösungsweg ansehen
- Es handelt sich um den Laisser-faire-Führungsstil (übersetzt etwa „einfach laufen lassen"). Die Mitarbeiter haben viele Gestaltungsfreiheiten, können relativ frei agieren, bestimmen ihre Arbeit selbst und die Gruppe entscheidet und kontrolliert weitgehend gemeinsam – die Führungskraft greift nicht ein.
- Der autoritäre Führungsstil ist in Gefahrensituationen angebracht, in denen direkte Anweisungen ohne Mitbestimmung sofort umgesetzt werden müssen – hier bleibt keine Zeit für eine gemeinsame Entscheidungsfindung, wie sie der kooperative oder Laisser-faire-Stil vorsähe.
- Weil der Erfolg der Führung von der jeweiligen Situation abhängt: Je nach Reifegrad, Qualifikation und Erfahrung der Mitarbeiter sowie der Dringlichkeit einer Entscheidung ist ein unterschiedlicher Führungsstil erfolgversprechend. Eine Führungskraft, die stur nur einen Stil anwendet, wird in manchen Situationen zwangsläufig scheitern – die verschiedenen Stile situativ zu kombinieren, gilt daher als Kennzeichen erfolgreicher Führung.
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